Einreichung des Antrags von Dyckerhoff auf Erhöhung der Sekundärbrennstoffe

Heute möchten wir Sie über den Fortgang zu dem Antrag von Dyckerhoff auf Erhöhung der Einsatzmengen für Sekundärbrennstoffe (SBS) und über damit verbundene weitere Maßnahmen informieren.

Wir haben den Antrag am 18. Oktober 2016 bei der Bezirksregierung Münster eingereicht, die ihn zunächst auf Vollständigkeit prüfen, weitere Behörden beteiligen und anschließend das Verfahren eröffnen wird.
Im Rahmen des Verfahrens haben Sie dann die Möglichkeit, die Antragsunterlagen einzusehen und Einwendungen zu formulieren. Die Unterlagen werden öffentlich ausliegen und können zum Beispiel bei der Bezirksregierung und bei der Stadt Lengerich eingesehen werden. Über die Zeithorizonte für die Beteiligung der Öffentlichkeit werden wir informieren, sobald sie uns bekannt sind.

Wie schon in der öffentlichen Veranstaltung am 18. Januar vorgestellt, werden mehrere Teilvorhaben beantragt. Neu ist das 5. Teilvorhaben:

  • Erhöhung der SBS-Einsatzmenge für beide Drehöfen auf bis zu 100 % (Fluff, Lösemittel, Klär-schlamm)
  • Anlagentechnische Maßnahmen zur Produktionsoptimierung (Fluff-Lagerhalle, Tuchfilter)
  • Änderung der maximal zulässigen Schwermetallgehalte im Eisenoxidträger (Einzelgrenzwerte je nach einzelnem Schwermetall statt Summengrenzwert für alle Schwermetalle) sowie im Fluff (Reduzierung der Werte)
  • Maßnahmen zur Emissionsminderung (Staub, Stickoxide NOx, Ammoniak NH3)
  • Verzicht auf die Genehmigung für die Mitverbrennung von Tiermehl

Um die Verständlichkeit des Antrags zu verbessern, haben wir die Darstellung zur Erhöhung der SBS-Einsatzmengen geändert. Während in der Informationsveranstaltung noch summierte Einsatzmengen (Fluff und Lösemittel) dargestellt wurden, sind nunmehr alle Sekundärbrennstoff-Einsatzmengen separat aufgeführt.
Unsere Planung, die wir in der Veranstaltung am 18. Januar und in dem zugesandten Protokoll vorgestellt haben, ist in den letzten Monaten weiter konkretisiert worden. Dabei haben sich in einzelnen Punkten Änderungen gegenüber dem Stand im Januar ergeben, die wir Ihnen im Folgenden kurz darstellen wollen.

Lagerkapazität für Fluff (innerhalb Teilvorhaben 2)
Hier beantragen wir den vorzeitigen Beginn der Baumaßnahme für 2 Lagerboxen. Wenn die Behörde dem zustimmt, beginnen wir bereits vor der Genehmigung des Gesamtantrags mit dem Bau der Lagerboxen.

Beschleunigte Emissionsminderung, zum Teil Halbierung bisheriger Grenzwerte(innerhalb Teilvorhaben 4)
Wir nutzen die geplanten Maßnahmen, um bei mehreren Stoffen schneller zur Verringerung der Emissionen zu kommen als der Gesetzgeber es vorschreibt.
Schon im Januar haben wir Ihnen die Halbierung der Stickoxide NOx aus dem Drehofen 4 und die Reduzierung aus dem Drehofen 8 vorgestellt. Neu dazugekommen gegenüber diesem Stand ist die Halbierung der Werte für Ammoniak NH3 während des Verbundbetriebs beider Drehöfen.
Die Reduzierung der Staubemission aus den insgesamt 270 Filtern, den sogenannten Nebenquel-len, erfolgt schrittweise. Mit dem aktuellen Antrag können wir für die ersten 36 dieser Staubquellen eine vorgezogene Halbierung des jetzigen Grenzwerts beantragen. Bis spätestens April 2019 gilt diese Halbierung dann für sämtliche Staub emittierende Nebenquellen.

Kupfergehalt im Eisenoxidträger (innerhalb Teilvorhaben 3)
Um das Spezialprodukt Tiefbohrzement herzustellen, ist Dyckerhoff von einer sicheren und ökonomisch wettbewerbsfähigen Versorgung mit Eisenerz bzw. mit einem Eisenoxidträger abhängig. Hier hat eine aktuelle Analyse der Rohstoffanbieter gezeigt, dass in Zukunft auch mit höheren Kupfergehalten gerechnet werden muss.
Für unsere Planung hatten wir ursprünglich die uns von Wettbewerbern in der Vergangenheit bekannten Werte von bis zu 800 mg/kg Kupfer im Eisenerz bzw. im Eisenoxidträger zugrunde gelegt.
In dem jetzt eingereichten Antrag haben wir den beantragten Maximalwert für Kupfer im Eisenoxidträger auf 900 mg/kg korrigiert, um auf die sich verändernde Rohstofflage reagieren zu können.
Die Änderung der Eingangswerte wird zu keiner Veränderung des Mittelwerts der Emissionen führen! Das Kupfer wird – unabhängig von seinem Anteil im Eisenoxidträger – während des Produktionsprozesses in den Klinker eingebunden.

Verzicht auf die Genehmigung zur Mitverbrennung von Tiermehl (Teilvorhaben 4)
Während bereits seit 2007 die Möglichkeit besteht, die genehmigten Einsatzmengen für Tiermehl mit Fluff ersetzen zu dürfen, werden wir nunmehr unwiderruflich auf die Genehmigung zur Mitverbrennung von Tiermehl verzichten.

Umweltverträglichkeitsstudie
Mit den Antragsunterlagen wurde auch die Umweltverträglichkeitsstudie eingereicht, deren Ergebnisse im Januar 2016 noch nicht vorlagen. Darin kommen die Gutachter zu dem Schluss, dass der Schutz der menschlichen Gesundheit im gesamten Beurteilungsgebiet im Sinne der rechtlichen Vorgaben (TA Luft, Abschnitt 4.2.1) sichergestellt ist. Auch können erhebliche Beeinträchtigungen der Schutzgüter nach der FFH-Richtlinie für das beantragte Vorhaben ausgeschlossen werden.

Bewertung durch einen Humantoxikologen
Dyckerhoff hat in der Veranstaltung am 18. Januar zugesagt, die Bewertung der Immissionen durch einen Humantoxikologen zu ermöglichen. Die Bezirksregierung Münster hat diesen Wunsch der Veranstaltungsteilnehmer aufgegriffen und hat den Leiter des Instituts für Arbeitsmedizin und Sozialmedizin der RWTH Aachen, Herrn Prof. Dr. med. Thomas Kraus, angesprochen. Dieser hat sich zur Stellungnahme im Rahmen eines Erörterungstermins bereit erklärt. Dyckerhoff hat sich gegenüber der Bezirksregierung Münster zur Übernahme der Kosten verpflichtet.

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesen Informationen einen Überblick zum Fortgang der Vorhaben von Dyckerhoff in Lengerich geben konnten. Wenn Sie weitere Fragen haben, steht Ihnen unsere Leiterin Umwelt und Öffentlichkeitsarbeit sowie Immissionsschutzbeauftragte, Frau Steffi Fischer, Tel. 05481 31-301, Steffi.Fischer@sdyckerhoff.com, gerne zur Verfügung.